Neuer Schock für Mieter: nach Modernisierung nun Verkauf

Mehr als eine Milliarde Euro soll ein dänischer Investor für ein Gewerbeobjekt und rund 3.700 Wohnungen bezahlt haben. Dazu gehören die gerade modernisierten Häuser in der Gleditschstraße. Von Mietsteigerungspotenzial und Neuvermietung ist die Rede. Allerdings hat der Bezirk ein Vorkaufsrecht.

Für die Mieter in der Gleditschstraße in Berlin-Schöneberg ist es ein Schock. Für andere ist es das wahrscheinlich größte Wohnimmobilieninvestment in Deutschland in diesem Jahr: 1,2 Milliarden Euro soll die Industria Wohnen (IntReal Kapitalanlagegesellschaft aus Hamburg) kassiert haben. Laut Experten gilt die Investition der gewerblichen dänischen Pensionskasse PFA als „hochpreisig“.

Investor PFA: Potenzial zum Steigern der Miete und Auszug alter Mieter?

Für die Bewohner sind das erneut schlechte Nachrichten. Denn nach der teuren Modernisierung drohen nun weiter steigende Mieten – und die Vertreibung alteingesessener Mieter. Der Investor setzt offenbar auf möglichst viele Neuvermietungen. So lassen sich die Mieten wesentlich schneller steigern. Das dürfte bei dem hohen Kaufpreis fest eingeplant sein.

Nutzt Tempelhof-Schöneberg sein Vorkaufsrecht?

Die Hoffnung der Mieter: das Vorkaufsrecht des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Dadurch könnten die Wohnungen statt an den Investor an eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gehen. Mit dem Bezirk haben die Mieter bisher allerdings keine allzu guten Erfahrungen gemacht: „Trotz massiver Mieterproteste genehmigte das Bezirksamt damals im ‚frisch gebackenen Milieuschutzgebiet‘ die Modernisierungsmaßnahmen weitestgehend“, berichtet der Berliner Mieterverein. Der hatte im Oktober zu einer Mieterversammlung mit Bezirksstadtrat und weiteren Politikern eingeladen. Die Frist für das Vorkaufsrecht läuft am 10. Dezember aus.

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