Volksverdämmung?

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über das Dämmen von Gebäuden für die Energiewende – und kommt schon auf der Titelseite zum Schluss: „Wie Mieter und Hausbesitzer um Milliarden betrogen werden“.

Auf sieben Seiten geht es um verschiedene Beispiele für Wärmedämmung, im Dämmmaterial enthaltene Giftstoffe, auffällige Verbindungen zwischen Dämmindustrie und Politik und darum, dass sich das Dämmen für Mieter oft nicht rechnet. Offenbar stehen dabei andere Interessen im Vordergrund, so der Spiegel:

„In Großstädten wie Berlin dagegen, in denen Wohnraum knapp ist, können die Maßnahmen vielen Eigentümern gar nicht aufwendig genug sein. Je dicker die Dämmung, desto stärker können die Mieten steigen – und desto größer die Chance, ungeliebte Bewohner aus ärmeren Schichten durch zahlungskräftige Kundschaft zu ersetzen.“

Ob das auch hier in der Gleditschstraße beabsichtigt ist? In einem der Beispiele des Spiegel geht es um das Vorgehen eines Wohnungsunternehmens in Dortmund, das der Stern ausführlich beschreibt:

„Es ist ein übliches Vorgehen bei der Deutschen Annington wie auch bei anderen Vermietern. Die gezielte Modernisierung von Häusern und die anschließende Mieterhöhung sollen die Einnahmen steigern und die Gewinnerwartungen der Investoren erfüllen. Kosten für Modernisierungen dürfen Vermieter nämlich – anders als reine Reparaturkosten etwa für kaputte Dächer oder Risse in der Fassade – auf die Mieter umlegen. Laut Gesetz dürfen sie elf Prozent der Baukosten auf die Jahresmiete aufschlagen. So lassen sich die Mieten erheblich steigern.“

Laut Stern kalkulieren die Manager mit sieben Prozent Rendite für jeden eingesetzten Euro. In der Vergangenheit sei dieses Ziel auch erreicht worden, weil nach der Modernisierung die Mieten um durchschnittlich 22 Prozent angehoben worden seien.

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