Mieterhöhung nach Modernisierung: Korrekturen angemahnt

Nach der umstrittenen Modernisierung in der Gleditschstraße in Schöneberg ist inzwischen die Mieterhöhung eingetrudelt. Nach einer ersten Korrektur durch die Hausverwaltung hat der Berliner Mieterverein weitere Fehler festgestellt. Demnach hält sich die „Industria Wohnen“ nicht an die Vereinbarung mit dem Bezirk – zum Nachteil der Mieter.

Zur ersten Korrektur der Mieterhöhung kam es offenbar auf Hinweis eines Mieters. Eine weitere hat nun der Berliner Mieterverein angemahnt. Denn anscheinend missachtet die Hausverwaltung den öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Darin war unter anderem vereinbart worden, welche Kosten nicht auf die Mieter umgelegt werden dürfen. Dabei geht es laut Mieterverein um fast 100.000 Euro.

Mietergemeinschaft prüft Mieterhöhung und bittet um Spenden

Mit Unterstützung von mehreren Mietervereinen, Fachanwälten und einem Gutachter nimmt die Mietergemeinschaft die Mieterhöhung jetzt genauer unter die Lupe. Für die Kosten dieser Prüfung bittet sie um Spenden, denn einiges kann von den Mietervereinen nicht übernommen werden. Je mehr Spenden eingehen, desto genauer wird geprüft.

Dass sich das Prüfen einer Mieterhöhung nach Modernisierung schnell rechnet, zeigt ein Beispiel aus der Gleditschstraße. Für eine etwa siebzig Quadratmeter große Wohnung verlangte die „Industria Wohnen“ ursprünglich eine Mieterhöhung von rund 141 Euro. Durch die bisher vorgenommenen und angemahnten Korrekturen sinkt dieser Betrag um rund 10 Euro. Das sind pro Jahr etwa 120 Euro – wesentlich mehr als zum Beispiel die Mitgliedschaft in einem Mieterverein kostet.

Tipps für Mieter zur Mieterhöhung nach Modernisierung

1. Miete nur noch unter Vorbehalt zahlen

Bis eine Mieterhöhung nach Modernisierung geprüft ist, kann einige Zeit ins Land gehen. Deswegen sollten Mieter die erhöhte Miete unter Vorbehalt zahlen. Dann können sie später Geld zurückverlangen. Der Vorbehalt sollte bei Überweisung oder Dauerauftrag vermerkt und dem Vermieter per Einschreiben mit Rückschein mitgeteilt werden. Für ein solches Schreiben gibt es eine passende Vorlage.

2. Mieterverein kontaktieren und Mieterhöhung prüfen lassen

Wer noch kein Mitglied in einem Mieterverein ist, sollte das spätestens jetzt ändern. Denn der Mieterverein kann eine Mieterhöhung zumindest grob prüfen und Korrekturen beim Vermieter anmahnen. Die jährlichen Kosten für einen Mieterverein lohnen sich – wie das Beispiel aus der Gleditschstraße zeigt.

3. Finanzielle Härte prüfen und Nachweise einreichen

Haben sich Mieter vor der Modernisierung auf eine finanzielle Härte berufen, müssen sie nun dem Vermieter aktuelle Nachweise zum Einkommen schicken. Hat sich die finanzielle Lage verschlechtert, kann auch nachträglich eine finanzielle Härte geltend gemacht werden. Die Mietergemeinschaft Gleditschstraße erläutert die Hintergründe und per Rechner kann abgeschätzt werden, ob eine finanzielle Härte vorliegt. Auch hierbei helfen Mietervereine weiter.

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